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Müssen Radmuttern regelmäßig überprüft werden?

2026-01-22

Warum die Radmuttern-Inspektion für die Fahrzeugsicherheit entscheidend ist

Der Zustand der Radmuttern ist entscheidend für die Sicherheit im Straßenverkehr. Werden Muttern locker oder beschädigt, kann dies dazu führen, dass Räder vollständig abfallen – ein Vorfall, der weitaus häufiger vorkommt, als man denkt. Statistiken zeigen, dass bei über der Hälfte aller Radabfall-Unfälle eine unzureichende Anzugsdrehmoment-Einstellung vorliegt. Solche Versagen lösen Kettenreaktionsunfälle aus und machen jährlich etwa einen von acht Pannenfällen im Zusammenhang mit Nutzfahrzeugen auf öffentlichen Straßen aus. Die korrekte Anzugskraft an den Schrauben verhindert mikroskopisch kleine Bewegungen, die sich langsam auf die Bohrungen für die Radbolzen auswirken und diese im Laufe der Zeit stärker verschleißen lassen. Mechaniker achten bei Routinekontrollen bereits frühzeitig auf Warnsignale, beispielsweise auf rostige Ringe um die Muttern, die sich oft lange vor dem Auftreten einer spürbaren Vibration bilden. Weltweit haben verschiedene Verkehrsbehörden hierzu entsprechende Vorschriften erlassen. So verlangt beispielsweise die US-amerikanische Federal Motor Carrier Safety Administration (FMCSA) von Fahrern, ihre Lastkraftwagen vor jeder Fahrt zu überprüfen. Das Auslassen dieser kurzen, fünfminütigen Inspektion könnte laut jüngsten Studien Kosten von mehr als 740.000 US-Dollar verursachen und zudem alle anderen Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn in Gefahr bringen.

Wichtige visuelle und physische Anzeichen lockerer oder beschädigter Radmuttern

Rost, der sich von den Bolzenlöchern ausbreitet: Ein Warnsignal für Verlust der Klemmkraft

Roststreifen, die aus den Radbolzenlöchern austreten, sind ein deutliches Zeichen dafür, dass mit der eigentlichen Anzugsfestigkeit dieser Schrauben etwas nicht stimmt. Dies geschieht, weil Wasser in winzige Zwischenräume zwischen Mutter und Felchscheibe eindringt – und zwar deshalb, weil die Schrauben nicht ausreichend angezogen wurden, um eine wirksame Dichtung zu erzeugen. Langfristig beschleunigt diese Art von Korrosion die metallische Ermüdung um rund 18 Prozent pro Jahr und schwächt so nach und nach sämtliche Komponenten. Bei regelmäßigen Inspektionen sollte unbedingt auf solche Rostspuren geachtet werden. Eine frühzeitige Erkennung ermöglicht es, das Problem zu beheben, bevor gravierende strukturelle Schäden entstehen.

Verlängerte oder eiförmige Radbolzenlöcher: Hinweis auf Mikrobewegung und Ermüdung

Wenn wir ovale Formen um diese Schraubenlöcher herum erkennen, ist dies ein Warnsignal für ernsthafte Radbewegungsprobleme unter Last. Was hier geschieht, ist eigentlich recht einfach: Im Laufe der Zeit führen kleine Bewegungen zwischen Teilen, die nicht ordnungsgemäß angezogen sind, zu diesen Verformungen. Der ständige Druck dehnt die Löcher allmählich so weit aus, dass sie statt rund eiförmig werden. Mechaniker im ganzen Land haben zudem eine interessante Beobachtung gemacht: Die meisten Radablosungsprobleme beginnen zunächst mit diesen gedehnten Löchern, wobei sich Risse von den belasteten Stellen des Metalls nach außen ausbreiten. Wer seine Räder selbst prüft, sollte sie nicht nur optisch begutachten. Heben Sie das Fahrzeug sicher an und versuchen Sie, das Rad von Hand zu bewegen. Falls sich ungewöhnliches Spiel bemerkbar macht, ist dies ein schlechtes Zeichen. Das sofortige Nachziehen der Radmuttern auf die vorgeschriebene Anzugskraft verhindert, was andernfalls zu einer schwerwiegenden Gefährdung unterwegs führen könnte.

Wie oft sollten Radmuttern geprüft werden: Best Practices und regulatorische Empfehlungen

Zwingende Nachprüfung des Radmuttorquedrehmoments nach Reifenwechsel gemäß der EU-Richtlinie 2021/1231

Gemäß der EU-Richtlinie 2021/1231 muss jede Person, die an Reifen arbeitet, das Drehmoment der Radmuttern zwischen 50 und 100 Kilometern nach der Montage überprüfen. Warum? Weil sich die Muttern bei den ersten Fahrten oft nachsetzen und dabei zu Beginn bis zu 20 % ihrer Haltekraft verlieren können. Diese Vorschriften wurden eingeführt, weil Studien zeigten, dass nahezu jeder vierte Radabflug bei Nutzfahrzeugen darauf zurückzuführen war, dass die Muttern nach dem Wiederaufziehen nicht ordnungsgemäß überprüft worden waren. Fuhrparkverantwortliche müssen Aufzeichnungen darüber führen, dass diese Prüfungen durchgeführt wurden, um Ärger mit den Behörden zu vermeiden – und vor allem, um Unfälle durch unbemerkte Radlockerungen zu verhindern. Kluge Unternehmen folgen den Vorschriften jedoch nicht nur: Sie schulen ihre Fahrer auch gezielt darin, wie wichtig ein korrektes Anzugsdrehmoment für die Verkehrssicherheit ist.

Vom Hersteller empfohlene Intervalle vs. fuhrparkspezifische gestufte Protokolle

Während Hersteller in der Regel Inspektionen alle 10.000 km empfehlen, setzen führende Fuhrparks individuelle, gestufte Prüfprotokolle um:

  • Fahrzeuge mit geringem Risiko: Vierteljährliche Drehmomentkontrollen
  • Fahrzeuge mit hohem Kilometerstand/hoher Nutzlast: Zweimal wöchentliche Nachziehkontrollen
  • Extrembedingungen: Tägliche Sichtkontrollen
    Dieser Ansatz berücksichtigt Variablen wie zulässiges Gesamtgewicht und Exposition gegenüber Straßen- und Fahrschwingungen. Daten zeigen, dass Fuhrparks, die adaptive Intervalle anwenden, fahrzeugbedingte Vorfälle im Zusammenhang mit Rädern um 63 % im Vergleich zu festen Intervallen reduzieren. Die Integration von Telematik zur Überwachung von Fahrverhalten optimiert die Inspektionshäufigkeit weiter, indem sie Auslöser für Drehmomentverluste vorhersagt.

Folgen des Auslassens von Radmutteninspektionen

Das Auslassen regelmäßiger Kontrollen der Radmuttern kann zu schwerwiegenden Sicherheitsproblemen und erheblichen Kosten in der Zukunft führen. Wenn diese Radmuttern durch normale Vibrationen oder schlichtweg durch unzureichendes Anziehen locker werden, können ganze Räder bei Autobahngeschwindigkeit abspringen. Die US-amerikanische National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) nennt dies tatsächlich einen der Hauptgründe für jene großen Kettenreaktionsunfälle, die wir so häufig beobachten. Und es geht dabei nicht nur darum, Unfälle zu vermeiden. Übersehene Probleme verursachen später oft eine Vielzahl teurer mechanischer Schwierigkeiten. So beschleunigt beispielsweise eine Dehnung der Schraubenlöcher den Verschleiß der Radlager erheblich. Gleichzeitig führt ein übermäßiges Anziehen der Muttern zur Verformung der Bremsscheiben – was im Extremfall Kosten von mehreren Hundert bis Tausend Euro für Ersatzteile nach sich zieht. Auch finanziell geraten Unternehmen in eine Zwickmühle: Allein für fehlerhafte Wartungsunterlagen sieht die EU-Richtlinie aus dem Jahr 2021 Geldstrafen von über 2.000 Euro pro Verstoß vor. Auch Versicherer zeigen sich wenig gnädig und erhöhen ihre Prämien nach einem Vorfall mit abgegangenen Rädern typischerweise um 15 bis 30 Prozent. Noch gravierender wird die rechtliche Lage, wenn solche Inspektionsmängel im Rahmen von Verletzungsfolgen als fahrlässig eingestuft werden. Ein Blick auf das vergangene Jahr genügt: Vor Gericht wurde einer Person eine Entschädigung in Höhe von 740.000 Dollar zugesprochen, weil eine einfache Drehmomentkontrolle das vollständige Ablösen des Rades hätte verhindern können. All diese unterschiedlichen Risikoebenen bedeuten, dass bei jeder professionellen Fuhrparkorganisation kein Raum für das Auslassen dieser grundlegenden Kontrollen bleibt.

FAQ

  • Warum sind Radmutten-Inspektionen notwendig?
    Radmutten-Inspektionen sind entscheidend für die Fahrzeugsicherheit, da lose oder beschädigte Muttern zur Radabtrennung führen können, was Unfälle oder kostspielige Reparaturen verursacht.
  • Welche Anzeichen deuten auf Probleme mit den Radmutten hin?
    Zu den Anzeichen zählen Roststreifen, die von den Schraubenlöchern ausgehen, sowie verlängerte oder eiförmige Radbolzenlöcher, die einen Verlust der Klemmkraft bzw. Mikrobewegungen anzeigen.
  • Wie oft sollten Radmutten-Inspektionen durchgeführt werden?
    Die Inspektionen sollten den Empfehlungen des Herstellers folgen, typischerweise alle 10.000 km, oder bei stärkerer Beanspruchung und ungünstigen Bedingungen häufiger – beispielsweise vierteljährlich oder alle zwei Wochen bei hochriskanten Fahrzeugen.
  • Welche Folgen hat das Auslassen von Radmutten-Inspektionen?
    Die Vernachlässigung solcher Inspektionen kann bei hoher Geschwindigkeit zur Radabtrennung führen, was Unfälle, erhöhte Wartungskosten und mögliche rechtliche Haftungsrisiken zur Folge hat.